Darminvagination

 

In Kürze werde ich über diese schreckliche und tückische Krankheit berichten, die vor allem Jungtiere und säugende Katzen betrifft

Die Darminvagination (DI) ist eine Erkrankung die kaum ein Tierhalter mit bekommt. Und auch Tierärzte haben große Probleme, sie so rechtzeitig zu erkennen, dass das Tier noch gerettet werden kann.

 

Wie kommt das? Bei einer Darminvagination (Darmeinstülpung) kommt es nicht automatisch zum Verschluß (Ileus). Daher sind die Symptome nicht immer klar zu erkennen, und schon gar nicht für den Besitzer. Aber bei einer DI kommt es auf Zeit an. Jede Stunde, die vergeht mindert die Chance, dass das Tier durch OP gerettet werden kann.

 

Der Darm stülpt sich über sich selbst. Meist in Richtung der Peristaltikwellen. Es kommt dadurch zu behinderter Blutversorgung. Außerdem zu Ödemen. Spätestens hier geht es in Richtung Darmverschluß. Je weiter sich der Darm selber "auffrisst" um so geringer ist die Chance.

 

Bei unserer Leia, ja die Zaubermaus ist der Grund, warum ich mich in dieses Thema so verbissen habe, hatte anfangs Symptome, die mich zwar zum TA rennen ließen, aber nicht besonders besorgniserregend. Erst als sie sozusagen Kot erbrach, wurde gehandelt. Für Leia fatal. Sie kam in die Tierklinik. Dort sah sogar ich, dass der Darm verdickt war, aber es wurde immer noch nicht operiert. Erst einmal abwarten. Am nächsten Tag die Not-OP, die sie nicht überlebt hat.

 

Aber zurück zum Thema. Zwischen den beiden Schichten des überstülpten Darms vermehren sich explosionsartig die Bakterien. Dadurch, dass der Darm kaum noch durchlässig ist, kommt es häufig dann auch noch zum Verschluß. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann der Darm noch ausmassiert werden. In diesem Fall sind die Heilungschancen extrem hoch. Muss ein Teil des befallen Darms entfernt werden kommt es nicht nur darauf an, wie weit die Vergiftung im Körper schon voran gegangen ist sondern auch, wie gut die körperliche Verfassung ist. Da es sehr häufig säugende Katzen oder Jungtiere betrifft, hat man dann auch noch oft das Problem, dass ihr Körper sowieso schon geschwächt ist.

 

Warum erkennt ein TA die Erkrankung nicht immer (gleich)? Wenn ein Katzenbesitzer mit seinem Liebling zum TA kommt und erzählt, mein kleines Kätzchen spuckt. So geht der TA erst einmal davon aus, dass es sich um einen Magen/Darminfekt handelt. Im Normalfall gibt es ein Antibiotikum und in ein paar Tagen sollte es vorbei sein. Ist es ja auch in den meisten Fällen. Bei der DI aber eine (meist) tödliche Entscheidung. Die richtige Diagnostik hier wäre Ultraschall und Röntgenbild. Und einen wirklich erfahrenen TA, der aber nicht in eingefahrenen Schienen denkt.

 

Die Heilungschancen unserer Leia wären gut gewesen, wenn schneller reagiert worden wäre.